Texte aus Stans

Die Texte aus Stans sind eine Verbeugung vor Johann Heinrich Pestalozzi und seinem „Brief an einen Freund“ über seinen Aufenthalt in Stans von 1798/99. Dieser Brief, entstanden nach düsteren Kriegswirren, ist einer der bedeutendsten pädagogischen Texte Pestalozzis. Die Beiträge aus Stans von Prof. em. Dr. phil. Carl Bossard lassen auf das immanent Pädagogische besinnen – und dies (nicht nur) für angehende Lehrerinnen und Lehrer in einer Zeit, in der an Schulen meist nur über (Digital-)Technik diskutiert wird.

Carl Bossard war Gymnasiallehrer und Rektor des Nidwaldner Gymnasiums in Stans, Direktor der Kantonsschule Luzern und Gründungsrektor der Pädagogischen Hochschule PH Zug. Seit 2019 ist er Vizepräsident der internationalen Gesellschaft für Bildung und Wissen GBW.

Die Beiträge

Lehrer ohne Eigenschaften?
Lehrer dürfen kaum mehr erklären, kaum mehr vital präsent sein; so will es die Theorie. Wer Musils Roman „Mann ohne Eigenschaften“ liest, dem drängen sich irritierende Fragen auf.

Mehr Prinzipien und weniger Vorschriften
Die Freiheit der Lehrpersonen stärken, die Bürokratie reduzieren: Das wäre zwingend notwendig. Statt mehr Vorschriften bräuchte es gemeinsame pädagogische Prinzipien; sie haben eine hohe Wirkkraft.

„Karl, das kannst du!“
Erwartung ist ein wirkungsstarkes Wort. Nicht als flinke Phrase formuliert, sondern als echtes Feedback artikuliert und mit Lernhilfen intensiviert. Eine pädagogische Grundhaltung ist die Basis. Von Carl Bossard

Dialogisches vor Digitalem!
Digitales Lernen erweist sich in der Corona-Quarantäne als wichtiges Werkzeug. Manche wollen es nun ins Zentrum des Schulalltags rücken. Gefordert wird Lernen 4.0. Was dabei nicht vergessen gehen darf.

Das Zwischenmenschliche des Unterrichts lässt sich nicht digitalisieren
Gastbeitrag zum Fernunterricht an verschiedenen Schweizer Gymnasien.

Fernunterricht ersetzt die Schule nicht
Wie ein Bergsturz überkam uns das Corona-Virus. Die Schulen sind geschlossen; angesagt ist Fernunterricht. Das ist für viele gut, benachteiligt aber manche Kinder.

Pädagogisch wirken durch Zusammen-Wirken
Lehrerinnen und Lehrer, die vom Miteinander überzeugt sind und in Grundprinzipien überein-stimmen, erreichen bei ihren Schülern bessere Lernerfolge. Entscheidend ist die Schulleitung. Das zeigt die Forschung.

„Rückkoppelungen sind unsere Freunde!“
Feedback hat einen starken Effekt, sagt die Unterrichtsforschung. Allerdings nicht das landläufige „Du bist okay!“ oder „Das hast du gut gemacht!“ Was aber zeichnet lernwirksames Feedback aus? Von Carl Bossard

Plädoyer für eine Kultur jenseits der Erledigungsmentalität
Aus der Leidenschaft für die Welt entstünde die Leidenschaft fürs Pädagogische, meinte die Polit-philosophin Hannah Arendt. Diese Haltung kann schulisch viel bewirken. Eine Spurensuche.

Von der pädagogischen Ungewissheitsdynamik
Unterrichten ist ein komplexes Geschehen, Schule-Geben ein Handeln in kontingenten Situationen. Doch das bleibt in Ausbildung und [Schul-] Alltag ein blinder Fleck. Ein Erinnerungsversuch.

Von den ewig Morgigen
Der Angst vor dem Fertigen mit dem permanenten Umbau steht der Mut zu pädagogischen Konstanten gegenüber. Bildung oszilliert zwischen diesen beiden Polen. Ein Zwischenruf.

Ludwig XIV. oder Ludwig 14?
Vereinfachen, um besser zu verstehen. Das ist vielerorts die Devise. Auch im Louvre zu Paris. Notwendig oder zeittrendig? Unzeitgemässe Gedanken zum Verstehen-Lehren.

Lernen ist ein Bergaufprozess
Lernen sei etwas Leichtes, suggerieren IT-Konzerne. Lernen sei anstrengend, betonen Bildungsforscher. Wir folgen einem erprobten Lehrer und Kinderbuchautor auf dem stotzigen Weg zum „Bärenberg“.

Wenn Wissenschaft und Praxis auseinanderdriften
Bestimmen pädagogische Glaubenssätze und Dogmen der Didaktik den Schulalltag? Das fragt man sich nach einer Analyse des Neuropsychologen Lutz Jäncke. Ein Zwischenruf mit drei Punkten.

Die drei grossen „G“
Heute spricht alles von Kompetenzen. Selbst von Neugierkompetenz ist die Rede. Was aber sind Kompetenzen? Etwas, das ich kann? Etwas, das ich weiss? Etwas, das ich bin? Ein Klärungsversuch.

Was ich hingegen nötig hatte, das waren Lehrer!
Schuljahresschluss ist immer auch Abschied von Lehrerinnen und Lehrern. Wie haben sie im Alltag gewirkt? Ihr persönliches Denken und Schüleraussagen verraten entscheidende Gelingensbedingungen der Praxis.

Vom magischen Dreieck der Pädagogik
Guter Unterricht ist ein anspruchsvolles Feld. Da hinein drängen mehr und mehr Akteure, Ansprüche, Amtsvorschriften. Das gefährdet das Gleichgewicht. Ein Plädoyer für die Balance im Bildungsdreieck.

Das Schulzimmer – Resonanzraum oder Digitalareal?
Homeoffice heisst die neue Betriebsform, auch in den Schulen. Unterricht erhält einen digitalen Schub. Die Euphorie ist gross; vergessen geht, dass Bildung auch Beziehungsgeschehen ist. Zeit für eine pädagogische Reflexion.

(Auf-)Bauen macht Schule
Die Corona-Situation erforderte vielerorts Um- und Ausbauten. Aufbauen, das gilt für die Schule im Doppelsinn des Wortes. Gedanken zur Metapher des Bauens am Beginn eines speziellen Schuljahres.

Das Ganze im Blick – Bildung
Die Teile und das Ganze! In welchem Verhältnis stehen sie zueinander? Und wie ergeben die zusammengefügten Teile das gewollte Ganze? Der Wagenlenker von Delphi erinnert an diese bedeutsame Frage

Bildungsziel: Sprachliche Ausdrucksfähigkeit
Unser Denken vollzieht sich sprachlich. Doch dieses Können kommt kaum von selbst. Es will intensiv geschult sein – auch in der Schule. Ein Plädoyer fürs Üben und Ermutigen, aufgezeigt an einem Bilderbuch.

Selektive Sicht auf den Unterricht
Über den Wert der Hausaufgaben kann man geteilter Meinung sein. Wer sich dabei auf wissenschaftliche Studien beruft, sollte bestimmte Erkenntnisse nicht einfach ausblenden. Ein Zwischenruf.